Diplompsychologin
Aylin Lenbet
las aus Ihrem Schlafbuch für entspannte
Eltern - Baby-Schlaf:
Die Irrtümer und ihre
Folgen "Wie Sie Ihren persönlichen
Weg zu entspannten Nächten finden" Infos
zur Autorin
Vielen
Dank für Ihr Interesse. Wenn Sie die
anderen 8 Videos zum Thema "Baby-Schlaf"
auch sehen möchten, klicken
Sie hier.
Viele
Grüße
Uwe Uhrig
betten-baby.de
Lesen hier noch einmal Auszüge
aus dem Video "Kann
ich mein Baby auch mal schreien lassen?".
Schreibabys:
Kann ich mein Baby schreien lassen?
Die Frage „kann ich mein Baby schreien lassen“
wird immer wieder von Eltern gestellt und zeigt die große
Verunsicherung, die die Eltern plagt.
Auf der einen Seite hört man von Kinderärzten,
Psychologen, Familienangehörigen und anderen immer
wieder, man müsse Babys auch mal schreien
lassen. Auf der anderen Seite spüren Eltern,
dass das nicht stimmen kann.
Fragt man z.B. Mütter, wie es Ihnen dabei geht, Ihr
Baby schreien zu lassen, so antwortet
die große Mehrheit, dass sie darunter stark leiden.
Sie fühlen sich hilflos und schuldig.
Auf Dauer untergräbt es das Selbstvertrauen und die
Intuition der Mutter, da Sie nicht auf Ihre Gefühle,
auf Ihren Bauch hört, sondern auf zweifelhafte Ratschläge.
Die Eltern, die sich dazu entscheiden, nicht zu reagieren,
wenn ihr Baby schreit, denken dann, Sie
würden ihren Babys damit etwas Gutes tun.
Sie wollen ihnen auf diese Weise das Schlafen
beibringen oder sie möchten verhindern,
dass sie verwöhnt werden und dadurch in unserer Leistungsgesellschaft
bestehen können.
Gerne wird auch das Argument angebracht, dass ein Baby
sich von alleine aufhört zu schreien,
wenn man es nur eine Weile schreien lässt.
Natürlich hat auch ein Baby, wie jedes andere Lebewesen,
einen gewissen Toleranzspielraum für das Ertragen
von unangenehmen Erlebnissen. Diese Toleranz darf aber
auf gar keinen Fall zu stark beansprucht werden.
Denn die Antwort auf die Frage „Kann ich
mein Baby auch mal schreien lassen?“ kann
nur heißen: Nein. Kontrolliertes Schreienlassen
- d.h., ich höre mein Baby weinen
und ich entschließe mich dazu, es nicht zu trösten
– entspricht nicht den kindlichen Bedürfnissen
und ist damit schädlich.
Wenn ein Baby weint, hat es immer einen guten Grund dafür
– auch wenn wir diesen nicht gleich erkennen. Das
Baby hat keine andere Möglichkeit, sein Bedürfnis
zu äußern und es ist auf seine Eltern angewiesen.
Gehen Eltern regelmäßig nicht auf die Signale
ihres Babys ein, verliert das Baby das Vertrauen
– in sich und in seine Eltern.
Das sind keine guten Voraussetzungen für das Funktionieren
in unserer Leistungsgesellschaft.
Auch die anderen Ziele werden, in der Hoffnung auf kurzfristige
Erfolge, langfristig verfehlt. Studien zeigen zum Beispiel,
dass Babys, auf deren Schreien sofort
reagiert wird, später als Kleinkinder weniger schreien.
Natürlich kommt es mal vor, dass Sie nicht unmittelbar
zur Stelle sind und Ihr Baby trösten
können, wenn es weint. Das ist dann
aber nicht die Regel und Sie tun Ihr Bestes, so schnell
wie möglich Ihrem Baby beizustehen. Und Sie lassen
es nicht kontrolliert, d.h. mit Absicht schreien.
Kleine Babys weinen oft. Es gibt viele
Anlässe, die sie zum Weinen bringen
und es gibt unterschiedliche Arten des Weinens
– mal ist es eher ein Gezeter und mal ist es ein
panikartiges Schreien.
Natürlich werden Sie auf ein durchdringendes
Schreien anders eingehen als auf ein mürrisches
Gezeter und nicht immer gleichermaßen das gesamte
Programm an Beruhigungsmaßnahmen
durchspielen.
Je nachdem werden Sie manchmal auch einfach etwas abwarten,
um zu sehen, wie Ihr Baby alleine mit seiner Situation
umgeht.
Wenn Sie auf Ihre Intuition hören, werden Sie das
Ausmaß seiner Not spüren und souverän
und angemessen auf Ihr weinendes Babys eingehen.
Aber Sie werden es ernst nehmen und immer auf seine Äußerungen
reagieren – egal ob es lacht oder weint.
Vielleicht beruhigt Sie das: die Phase, in der Babys besonders
viel schreien ist eher kurz. Meistens
weinen bzw. schreien Babys in den ersten
drei bis vier Monaten viel (ungefähr zwei bis drei
Stunden am Tag). Erst, wenn das Baby langsam dazu in der
Lage ist, zwischen bekannt und unbekannt zu unterscheiden,
nimmt auch das Schreien ab.
Es ist natürlich nicht schlagartig vorbei, aber das
Baby weint und schreit
jetzt hauptsächlich nur dann, wenn es sich vor Unbekanntem
fürchtet, wenn es krank ist, sich verlassen fühlt,
Schmerzen hat oder müde ist.
Je einfühlsamer Sie als Eltern mit dem Schreien
umgehen und je mehr Vertrauen es zu Ihnen aufbauen kann,
desto besser wird es später Kontakt und Beziehungen
zu anderen Menschen gestalten können.
Es gibt aber auch Babys, die schreien
deutlich mehr als es die Nerven der geduldigsten Eltern
aushalten – die so genannten Schreibabys.
Es gibt verschiedene Ursachen, die ein Baby zu einem Schreibaby
machen, von der Art der elterlichen Betreuung bis hin
zur besonderen Sensibilität des Babys gegenüber
Reizen.
Bei Eltern von Schreibabys stellt sich
oft irgendwann absolute Verzweiflung ein aber auch Wut
und Hass – schließlich versuchen sie alles
um ihr Kind zu beruhigen und es zufrieden zu stellen aber
nichts hilft.
Spätestens dann, wenn Eltern an so einem Punkt angekommen
sind, sollten sie professionelle Beratung in Anspruch
nehmen. Es gibt zum Beispiel spezielle Schreisprechstunden
oder Schreiambulanzen, die oft an Universitätskliniken
angeschlossen sind.