Diplompsychologin
Aylin Lenbet
las aus Ihrem Schlafbuch für entspannte
Eltern -
Baby-Schlaf:
Die Irrtümer und ihre
Folgen "Wie Sie Ihren persönlichen
Weg zu entspannten Nächten finden"
Infos
zur Autorin
Lesen hier noch einmal
Auszüge aus dem Video "Was
kann ich tun, damit mein Kind (älter als
drei Monate) einschläft?".
Einschlafhilfe:
Was kann ich tun, damit mein Kind einschläft?
Auch bei Kindern über drei Monaten wirken
viele der „Einschlafhilfen“, die im
Artikel über Einschlafhilfen für Babys
unter drei Monaten beschrieben wurden.
Vor allem gilt immer noch, dass ein Schlafplatz
in unmittelbarer Nähe von Mama (mit zunehmendem
Alter auch Papa) das Einschlafen
sehr erleichtert.
Ab einem Alter von ungefähr drei Monaten
entwickelt sich auch langsam ein Tag-Nacht-Rhythmus,
Babys ändern ihr Schlafverhalten
meist noch einmal grundlegend und auch die Vorlieben
beim Einschlafen ändern
sich.
Schläft Ihr Baby abends nur schwer ein, sollten
Sie sich zunächst einmal Gedanken machen,
woran das liegen könnte.
Wenn Ihr Kind zu Abend gegessen hat und Sie ihm
eine frische Windel angezogen haben, ihm nicht
zu kalt und nicht zu warm ist und Ihr Baby sich
nicht wegen Krankheit unwohl fühlt, können
Sie davon ausgehen, dass Ihr Kind einfach nicht
müde ist oder schlicht nicht schlafen will.
Woran erkennen Sie,
ob Ihr Kind überhaupt müde ist?
Zunächst sollten Sie sich fragen, wie viel
Schlaf Ihr Baby tagsüber hatte bzw. wann
es das letzte Mal geschlafen hat?
Außerdem zeigt jedes Kind typische Verhaltensweisen,
wenn es die Müdigkeit überkommt. Typisch
sind z.B. Augen reiben, Gähnen, grantig sein,
schnell die Geduld verlieren.
Es gibt aber auch Kinder, die drehen noch einmal
richtig auf, wenn sie müde werden. Beobachten
Sie Ihr Baby genau um die Anzeichen der Müdigkeit
kennen zu lernen. Bevor Ihr Kind nicht müde
ist, macht es auf jeden Fall keinen Sinn, es ins
Bett zu legen.
Es gibt aber auch
Babys, die sind müde, wollen aber auf gar
keinen Fall schlafen. Auch dafür
kann es unterschiedliche Gründe geben.
Es kann sein, dass Ihr Kind seit Neustem tagsüber
von Ihnen getrennt ist, weil es zur Tagesmutter
oder in die Kita geht. Dann möchte es vielleicht
einfach Mama und Papa noch so lange wie möglich
erleben. Oder es gibt andere einschneidende, bedeutungsvolle
Ereignisse, die Ihr Baby vorm Einschlafen
verarbeiten muss.
Gab es denn gerade
ein Ereignis, dass Ihr Kind beschäftigen
könnte oder gibt es aktuell Veränderungen
in Ihrem Leben, die Ihr Kind spürt?
Auch wenn Sie die aktuelle Situation nicht verändern
können, verstehen Sie wenigstens, warum Ihr
Baby nicht einschlafen will.
Es gibt aber auch
die Babys, die einfach nicht einschlafen
wollen, weil alles um sie herum viel zu spannend
ist. Da müssen Eltern kreativ werden und
Wege finden, wie sich das Kind entspannt und auf
diese Weise seine Müdigkeit zulässt.
Hier ein
paar Anregungen:
Vielen Babys hilft es zu entspannen und sich auf
das Einschlafen einzustellen, wenn jeden Abend
ein bestimmtes Einschlafritual
zelebriert wird. Dieses Einschlafritual
kann so aussehen, dass zu einer bestimmten Zeit
Abendbrot gegessen wird, dann folgt ein entspannendes
Schaumbad, anschließend legen Sie eine ruhige,
angenehme Musik auf und tanzen gemeinsam mit Ihrem
Kind.
Dann legen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind ins
Bett und schauen zusammen ein Bilderbuch an, singen
ihm ein "gute Nacht Lied" vor, geben
ihm einen Gutenachtkuss und stillen es oder geben
ihm eine Milchflasche.
Das ist nur eine von unendlich vielen Einschlafhilfen.
Es ist wichtig, dass Sie ein eigenes, passendes
Einschlafritual entwickeln und
dieses auch immer wieder an die Bedürfnisse
Ihres Kindes anpassen.
Es muss auch nicht
sein, dass das Einschlafritual
sehr lange ist. Es kann auch nur daraus bestehen,
dass Sie Ihrem Kind die Zähne putzen, ihm
den Schlafanzug anziehen, sich mit ihm ins Bett
legen, gute Nacht sagen, es küssen und eine
warme Milchflasche geben.
Ob Ihr Baby es liebt vor dem Einschlafen
im Gesicht und an den Armen gestreichelt zu werden,
ob alle Kuscheltiere zuerst ins Bett gebracht
werden müssen, oder ob vor dem zu Bett gehen
erst noch eine Runde mit Papa spielen ansteht
– dass finden Sie am besten gemeinsam mit
Ihrem Kind heraus.
Und was ist, wenn alle Versuche fehlschlagen und
Ihr Baby sich mit Händen und Füßen
weigert einzuschlafen und Sie
mit den Nerven am Ende sind?
Akzeptieren Sie die Situation und tragen auf keinen
Fall einen Machtkampf mit Ihrem Kind aus. Versuchen
Sie einfach zu akzeptieren, dass Ihr Baby halt
nicht schläft, dann verschwindet
Ihr „Einschlaf-Problem“
meist von ganz alleine.
Wichtig ist: Sie sollten gelassen
bleiben. Ihr Kind spürt es, wenn Sie es unbedingt
ins Bett bringen wollen. Je mehr es Ihnen egal
ist, desto weniger muss es sich dagegen wehren
(Druck erzeugt Gegendruck!) und desto bereitwilliger
wird Ihr Kleines sich hinlegen und einschlafen.
Anstatt Ihrem Kind also mühe- und qualvoll
etwas anzutrainieren, schauen Sie lieber auf seine
Bedürfnisse: Die Art und Weise wie diese
am besten befriedigt werden, kann sich immer wieder
verändern.
Hier
noch einmal der Link zu weiteren hilfreichen und
interessanten Videos:
Videos
zum Thema Baby-Schlaf